10. KGIS - Workshop am 08. März 2006

Geleitwort

Kommunale Geo-Informationssysteme
am 08. März 2006 an der Technischen Universität Darmstadt

Metadaten spielen eine entscheidende Rolle beim Aufbau von Geodateninfrastrukturen. Im ersten Block werden die Konzepte von Metadateninformationssystemen beschrieben sowie deren konkrete Umsetzung an zwei Realisierungen erläutert.

Der zweite Block zeigt Einsatzbereiche für GIS im Landmanagement. Dabei werden verschiedene Anwendungsmöglichkeiten in den Aufgabengebieten der ländlichen Neuordnung, der Baulandentwicklung und der Immobilienbewertung anhand von praktischen Erfahrungen aufgezeigt.

Im dritten Block werden Entwicklungstendenzen zu Metadaten aus Sicht der Industrie aufgegriffen. Hier haben Vertreter der GIS-Industrie die Möglichkeit, ihre Sicht, Erfahrungen und zukünftige Potenziale zur Umsetzung von Metadateninformationssystemen vorzustellen.

Das Seminar ist eine Gemeinschaftsveranstaltung des Geodätischen Instituts und des Instituts für Kommunale Geo-Informationssysteme (IKGIS). Weitere Informationen zum Veranstalter IKGIS und der Workshopreihe finden zum IKGIS finden Sie unter http://www.ikgis.de.

H. Schlemmer

Technische Universität Darmstadt

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Programm

09:00Begrüßung

Prof. Dr.-Ing. Harald Schlemmer,
TU Darmstadt

Block 1: MetadatenModeration: Prof. Dr.-Ing. Harald Schlemmer
09:15

Standardisierung von Metadaten

Dipl.-Landsch.-Ökol. Kristian Senkler,
con terra

09:45

GeoMIS-Bund

Dipl.-Geogr. Jürgen Walther,
BKG

10:00

MIS-Hessen

Dr. Andeas Schweitzer,
HLBG

10:15Metainformationsmanagement von Geodaten für das BauwesenDr. Gerrit Seewald,
CIP Ingenieurgesellschaft

10:45

Diskussion

11:00

Kaffepause

Block 2: GIS im LandmanagementModeration: Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Linke
11:15

Aus Sicht der ländlichen Neuordnung

Dipl.-Ing. Susanne Egert,
AfB Darmstadt

11:45

Aus Sicht der Baulandentwicklung

Dr. Winrich Voß,
DSK mbH Frankfurt

12:15

Aus Sicht der Immobilienbewertung

Dipl.-Ing. Günter Schug,
DB Services Immobilien GmbH Frankfurt

12:45

Diskussion

13:15

Imbiss

Block 3: MIS aus Sicht der GIS-HerstellerModeration: Dipl.-Ing. Werner Pilz
13:45Flächenversiegelung als Web-Service-Prozess

Dipl.-Ing. Tina Ferdinand,
TU Darmstadt

14:15GIStec

Dr. Uwe Jasnoch

14:35con terra

Dipl.-Landsch.-Ökol. Kristian Senkler

14:55lat/lon

Dr. Markus Müller

15:15 Abschlussdiskussion
15:30Ende der Veranstaltung

Download

VortragDownload
Standardisierung von Metadaten
GeoMIS-Bund
MIS-Hessen
Metainformationsmanagement von Geodaten für das Bauwesen
GIS im Landmanagement aus Sicht der ländlichen Neuordnung
GIS im Landmanagement aus Sicht der Baulandentwicklung
GIS im Landmanagement aus Sicht der Immobilienbewertung
Flächenversiegelung als Web-Service-Prozess
GIStec
con terra
lat/lon
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Seminarbericht

10. Workshop "Kommunale Geographische Informationssysteme"
am 08. März 2006 an der Technischen Universität Darmstadt


Zum 10. Workshop Kommunale Geoinformationssysteme begrüßte Prof. Schlemmer rund 100 interessierte Zuhörer. Der jährlich vom Geodätischen Instituts und vom Institut für Kommunale Geoinformationssyteme (IKGIS) an der TU Darmstadt veranstalteten Workshop, stand diesmal unter dem Titel „Metadaten und GIS im Landmanagement“.

Der Workshop begann mit dem Einführungsvortrag „Standardisierung von Metadaten“ von Dipl.-Landsch-Ökol. Kristian Senkler von der Firma conterra. In seinem Vortrag gab Herr Senkler einen Überblick über die derzeit gängigen Standards und Spezifikationen sowie deren Anwendungen. Genannt wurden die ISO/TC 211, OGC und Dublin Core Metadate Initiative als wesentliche Gremien, die die Standardisierung im Bereich der Metadaten vorantreiben. Im weiteren Verlauf stellte Herr Senkler die bereits existierenden Standards und Spezifikationen, wie z. B. ISO 19115 oder die Implementierungsspezifikation des Cataloge Service des OGC vor und stellte den Zusammenhang zwischen den verschiedenen Spezifikationen dar.

Anschließend berichtete Dipl.-Geogr. Jürgen Walther vom Bundesamt für Kartographie und Geodäsie in seinem Vortrag „GeoMIS-Bund“ über die Entwicklung der Metadatenstrukturen in der Bundesrepublik Deutschland. Nachdem er die Organisation im Bereich der Verwaltung dargestellt hat (IMAGI), erläuterte er den Aufbau und die technischen Strukturen des GeoPortal Bund sowie des darin hinterlegten GeoMIS. Nach den Schilderungen zu den Strukturen des Bundes, beschrieb Herr Dipl.-Ing. Jürgen Müller vom HLBG in seinem Vortrag „MIS-Hessen“ die Strukturen des Bundeslandes Hessen. Ausgehend von der GDI-Hessen, demonstrierte er den Aufbau des hessischen Metainformationssystem sowie die dabei bestehenden Rahmenbedingungen. Das MIS-Hessen soll sowohl den Landesverwaltungen als auch den Bürgern zur Verfügung stehen. Inhaltlich deckt das MIS Hessen sowohl die Geobasisdaten als auch die in den einzelnen Fachabteilungen vorliegenden Daten ab. Eingebunden ist das Metadateninformationssystem in das GeoPortal Hessen sowie in die weiteren, von der ADV oder des Bundes bereitgestellten, Metadateninformationssysteme.

Der erste Block wurde abgeschlossen von Herrn Dr. Gerrit Seewald (CIP Ingenieur-gesellschaft) mit dem Vortrag „Serviceorientiertes Metainformationsmanagement von Geoinformationen für das Bauwesen“. Ausgehend von den Ansprüchen nach verschiedenen Geodaten im Rahmen der Planung und Durchführung von Bauvorhaben, zeigte Herr Seewald eine zentrale Metadatenplattform auf Basis des ISO 19115 Standards zur Verwaltung der unterschiedlichen Planungsinformationen. Zusätzlich stellt die Plattform, basierend auf den Service orientierten Architekturen (SOA) und mit Hilfe der Webservice Technologie, ein direkter Datenaustausch zur Verfügung.

Nach einer kurzen Pause, um das gewonnene Wissen zu verarbeiten und in Diskussionen zu vertiefen, begrüßte Herr Prof. Linke die Teilnehmer zu dem Block „GIS im Landmanagement“. Zunächst schildertet Frau Dipl.-Ing. Susanne Egert vom AfB Darmstadt in ihrem Vortrag „Aus Sicht der ländlichen Neuordnung“ anhand der Phasen der Flurbereinigung (Verfahrensvorbereitung, Bestandserkundung, Aufstellung des Wege- und Gewässerplanes, etc.) über die Möglichkeiten des Einsatzes von GI-Systemen. Es wurde mit GIS die notwendige Datenintegration, Datenerfassung und anschließend die Analyse und Präsentation durchgeführt. Schwerpunkt bei allen Arbeiten ist der automatisierte Datenaustausch und die Benutzung einer einheitlichen Datenbasis, d.h. thematische Karten, Formulare, Tabellen und Listen werden aus einer Datenbasis generiert und insbesondere die grafische Ausprägung wird automatisiert über die Sachattribute gesteuert. Anschließend führte Frau Eggert eine Livedemonstration durch und zeigte eine Planung und die Steuerung der grafischen Ausprägung in Abhängigkeit der Sachattribute.

Anschließend stellte Herr Dr. Winrich Voß von der DSK GmbH in seinem Vortrag „Aus Sicht der Baulandentwicklung“ den GIS-Einsatz bei der Baulandentwicklung vor. Anhand des Baulandentwicklungsprozesses wurde der Einsatz von Geoinformationen verdeutlicht. Er stellte aber auch heraus, dass eine durchgängige Abbildung des Prozesses insbesondere hinsichtlich der städtebaulichen Kalkulation und Kostenzuordnung und -kontrolle bisher noch nicht gegeben ist, insbesondere weil keine Systemunterstützung auf dem GIS-Markt zu finden ist.

„Aus Sicht der Immobilienbewertung“ stellte Herr Dipl.-Ing. Günter Schug von der DB Services Immobilien GmbH den Einsatz der GI-Systeme im Rahmen der Immobilienbewertung der Deutschen Bahn vor. Er macht unter anderem darauf aufmerksam, dass ein Problem in der Suche und Integration der vielen unterschiedlichen Daten liegt. Die Unterschiede in der Qualität, Aktualität und Datenformate erschweren die Arbeit enorm. Weiterhin forderte Herr Schug einen transparenteren und leichteren Zugang zu den für die Immobilienbewertung relevanten Informationen, angefangen bei den kommunalen Satzungen über Geobasisfachdaten bis hin zu Bodenrichtwerten.

Nach einer lebhaften Diskussion und eines Mittagsimbisses folgte der dritte Block des Workshops. Herr Pilz begrüßte Frau Dipl.-Ing. Tina Ferdinand von der TU Darmstadt, die in ihrem Vortrag „Flächenversiegelung als Web-Service-Prozess“ die Ergebnisse ihrer bisherigen wissenschaftlichen Arbeit zeigte. Sie demonstrierte wie mit Hilfe von Webservices ein GIS-Prozess zur Einführung der gesplitteten Abwassergebühr aufgebaut werden kann. Zum Einsatz kam die Software „Oracle BPEL Process Manager“, die verschiedene Webservices zu einem Prozess orchestriert. Im Einzelnen liefert ein Flurstücks-Service Informationen über das Liegenschaftskataster, welche mit den Informationen über die versiegelten Fläche in einen Karten Service bereitgestellt werden. Weiterhin gibt es einen Formular Service, der ein pdf-Dokument in Abhängigkeit der Eingangsdaten erstellt und einen Mail Service zur Versendung des erstellten Formulars. Ein weiterer Webservice stellt Funktionen zur Navigation in der Karte zur Verfügung. Es konnte so gezeigt werden, wie mit Webservices eine Prozessunterstützung, gesteuert über einfache Internetseiten, generiert und dem Internetnutzer zur Verfügung gestellt werden kann.

Im Anschluss stellte Herr Dr. Uwe Jasnoch von der Firma GIStec „Metainformationssysteme in der Praxis“ vor. Er spannte den Bogen von den kommunalen Daten, über die Daten der Bundesländer zu den Daten des Bundes und zeigt an beispielhaften Projekten (z.B. Landeshauptstadt Stuttgart oder Umweltdatenkatalog der Bundesländer) wie Metadateninformationssysteme in der Praxis realisierbar sind.

Anknüpfend an seinen Vortrag am Vormittag stellte Herr Senkler nun die Sicht der Firma conterra zu den Metadateninformationssystemen vor. Er stellte insbesondere das Produkt sdi.suite vor, in dem das Metadateninformationssystem terraCatalog integriert ist. Es ist damit möglich Metadaten zu erfassen, zu verwalten und wieder zur Verfügung zu stellen. Der Benutzer wird dabei mit verschiedenen Funktionen wie z.B. Erfassungsfunktionalitäten, Suchfunktionalitäten, Recherchefunktionen oder die Weitergabe an weiteren Services (z.B. weiteren WMS) unterstützt.

Den Abschluss des Workshops bildete Herr Dipl.-Geogr. Markus Müller von der Firma lat/lon mit dem Vortrag „Opencatalogue – Die Open Source Metadaten-Lösung“. Ausgehend von einer Schilderung über die Entstehung der Standards für die Metadateninformationssysteme stellte er das Produkt OpenCatalogue vor. Dieses Produkt zeichnet sich u. a. durch einen Catalogue Service, einen WMS und einer Metadatenhaltungskomponente (PostgreSQL/PostGIS oder andere relationale Datenbank) aus. Zusätzlich gibt es eine Nutzer- und Rechteverwaltung sowie ein Rechercheportal.

Herr Prof. Seuß beschloss den Workshop mit einer kurzen Zusammenfassung und mit den Hinweis auf die Internetseiten www.ikgis.de mit weiteren Informationen zu diesem Workshop sowie der Ankündigung auf die im September stattfindende Seminarreihe „Basiswissen GIS für Einsteiger“ (4. Oktober) und „Basiswissen GIS für Fortgeschrittenen“ (5. Oktober).

Dipl.-Ing. Martin Metzner

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