12. KGIS - Workshop am 05. März 2008

Geleitwort

Kommunale Geo-Informationssysteme
am 05. März 2008 an der Technischen Universität Darmstadt

Der Nutzerkreis von digitaler Geoinformation nimmt stetig zu. Wesentlichen Anteil daran haben einerseits die neuen Earth-Viewer und andererseits die Zusammenführung von Geodaten im Rahmen von Geodateninfrastrukturen (GDI). Im ersten Block des Workshops werden hierzu die Auswirkungen der europäischen GDI INSPIRE auf den kommunalen Bereich, das zukünftige Geodateninfrastrukturgesetz sowie ein Private Public Partnership (PPP)-Projekt zur Geodatenerfassung dargestellt.

Der zweite Block zeigt Einsatzbereiche für GIS im Landmanagement. Hier werden einerseits die Möglichkeiten zur internetgestützten Nutzung einer Bodenrichtwertkarte und der zukünftige Einsatz von GIS in Planungsprozessen am Beispiel von LEFIS vorgestellt. Darüber hinaus werden Ansätze zur Unterstützung von Kommunen beim Einsatz von GIS durch Dritte präsentiert.

Im dritten Block wird die bunte Welt der Geodaten und die Thematik der Earth-Viewer wieder aufgegriffen. Vertreter der Firmen Microsoft, Google, Navteq und TeleAtlas stellen ihre Konzepte und Realisierungen vor und geben einen Ausblick, wohin sich der Massenmarkt entwickeln wird.

Das Seminar ist eine Gemeinschaftsveranstaltung des Geodätischen Instituts und des Instituts für Kommunale Geo-Informationssysteme (IKGIS). Weitere Informationen zum Veranstalter IKGIS und der Workshopreihe finden zum IKGIS finden Sie unter http://www.ikgis.de.

Harald Schlemmer

Hans-Joachim Linke

Technische Universität Darmstadt

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Programm

09:00Begrüßung

Prof. Dr.-Ing. H. J. Linke
TU Darmstadt

Block 1: Kommunale GDI(Moderation: Prof. Linke)
09:15

Bedeutung von INSPIRE für Kommunen

Dr.-Ing. A. Illert,
BKG

09:45

Geodateninfrastruktur Hessen

Dipl.-Ing. (FH) A. Schupp,
HLBG

10:15

Moderne Strategien zur Aktualisierung im Luftbildwesen

Dipl.-Ing. W. Schoeneck,
HLBG

10:45

Diskussion

11:00

Kaffepause

Block 2: GIS im Landmanagement(Moderation: Prof. Dipl.-Ing. Werner Pilz)
11:15

Bodenrichtwertkarte als GDI-Komponente

Dr.-Ing. T. Roßmanith,
AfB Heppenheim

11:45

Hessens Weg zu einem Land-Entwicklungs-Fach-Informations-System (LEFIS)

Dipl.-Ing. M. Bräuer,
AfB Heppenheim

12:15

ÖBVI-Dienstleistungen für Kommunen

Dipl.-Ing. T. Burger,
ÖbVi

12:45

Diskussion

13:00

Imbiss

Block 3: Bunte Welt der Geodaten für Jedermann(Moderation: Prof. Dr.-Ing. R. Seuß)
13:453D Stadtmodelle

Dipl.-Ing. K.-H. Gertloff

14:15Microsoft Virtual Earth

Dipl.-Ing. D. Werther

14:45TeleAtlas

Dr.-Ing. G. Fisch

15:30 Abschlussdiskussion
15:45Ende der Veranstaltung
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Download

VortragDownload
Bedeutung von INSPIRE für Kommunen
Moderne Strategien zur Aktualisierung im Luftbildwesen   
Hessens Weg zu einem Land-Entwicklungs-Fach-Informations-System (LEFIS)
ÖBVI-Dienstleistungen für Kommunen
TeleAtlas
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Seminarbericht

12. Workshop "Kommunale Geographische Informationssysteme"
am 05. März 2008 an der Technischen Universität Darmstadt

Auch in diesem Frühjahr veranstaltete das Institut für Kommunale Geoinformationssysteme (IKGIS e.V.) an der TU Darmstadt wieder den Workshop „Kommunale Geoinformationssysteme“ (KGIS). Den rund 90 Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern aus Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung und Forschung konnte ein umfangreiches Programm geboten werden, welches in den Themenbereichen

  • Kommunale GDI
  • GIS im Landmanagement und
  • Bunte Welt der Geodaten für Jedermann

präsentiert wurde.

Eröffnet wurde der zwölfte KGIS-Workshop durch Prof. Dr.-Ing. Hans Joachim Linke. Dieser begrüßte die Teilnehmer des Seminars und zeigte sich erfreut darüber, dass auch in diesem Jahr wieder ein sehr gutes Angebot an Vorträgen erstellt werden konnte, für das hervorragende Referenten gewonnen wurden. Herr Prof. Linke verwies hierbei auch auf den Workshop „Mobile Geoinformationssysteme“ am 06.03.2008 und die im Herbst stattfindende Seminarreihe „Basiswissen GIS für Einsteiger und Fortgeschrittene“. Abschließend gab Herr Prof. Linke in seiner Einführung bekannt, dass das IKGIS e. V. in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiern kann. Dies ist eine sehr gute Gelegenheit für eine Jubiläumsfeier, die am 10.12.2008 geplant ist.

Der erste Vortragsblock, den Prof. Linke moderierte, wurde dem Thema „Kommunale GIS“ gewidmet. Herr Dr.-Ing. Andreas Illert vom Bundesamt für Kartographie und Geodäsie in Frankfurt am Main eröffnete diesen mit einem Vortrag zu Thema: „Bedeutung von INSPIRE für Kommunen“.

Herr Dr. Illert gab zu Beginn einen Überblick über die umfängliche Verwendung von Geodaten in der Europäischen Union (EU). Aufgrund der Feststellung von Defiziten in den verwendeten Datenbeständen, wie z. B. unterschiedliche Inhalte und fehlende Harmonisierung der Daten, wurde Regelungsbedarf erkannt. Demzufolge wurde die INSPIRE-Initiative 2004 ins Leben gerufen, durch die dann die im Mai 2007 rechtswirksam gewordene INSPIRE-Direktive entstand. Herr Dr. Illert berichtete, dass die Richtlinie in der Bundesrepublik von Bund und Ländern in gesetzliche Regelungen umzusetzen ist. Die Richtlinie gibt vor, dass vorhandene, digitale Geodaten von öffentlichen Stellen zur Verfügung gestellt werden müssen. Es wird jedoch keine Erhebung neuer Geodaten vorgegeben. Auf der INSPIRE-Richtlinie basierende Durchführungsbestimmungen sollen die Art der Bereitstellung festlegen. Hierbei sind Vorgaben für Metadaten, Spezifikationen für Themen, Netzwerkdienste und Berichtswesen vorgesehen. Anschließend berichtete der Referent über die Bedeutung der Direktive für die Kommunen. Die Regelungen durch die INSIPIRE-Richtlinie und deren nachgeordnete Normen sind verbindlich für alle datenhaltenden öffentlichen Stellen. Somit sind die Kommunen direkt von den Regelungen betroffen, da einige Fachthemen bereitzustellen sind, welche von diesen vorgehalten werden. Für die Datenbereitstellung nach den INSPIRE-Vorgaben ist die datenhaltende Stelle selbst verantwortlich. Ein Wunsch der EU wäre es, wenn die Lizenzierung und Abgabe der Geodaten durch eine zentrale Stelle erfolgen würde, die auch die Aufbereitung übernehmen könnte.

Im Anschluss an Herrn Dr. Illert berichtete Frau Dipl.-Ing. (FH) Anja Schupp vom Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation über die „Geodateninfrastruktur Hessen“. Diese reiht sich als ein GDI-Baustein auf der Ebene eines Bundeslandes in die GDI-Initiative auf Bundesebene (GDI-DE) ein. Frau Schupp berichtete über die Organisationsstruktur der GDI-Initiative des Bundes und des Landes Hessen. Die GDI-Hessen integriert sich als ein ressortübergreifendes Vorhaben, in die EGovernment-Architektur des Landes. Hierdurch sollen beispielsweise zentrale technische Komponenten für die gesamte Landesverwaltung installiert werden. Darüber hinaus werden regionale Vorhaben wie z. B. die Initiative GDI-Südhessen gefördert. Regelungen aufgrund der INSPIRE-Richtlinie, welche die Geobasisdaten der Landesverwaltung betreffen, sind weitgehend in nationales Recht umgesetzt. Dies erfolgte im Rahmen der Neuauflage des Hessischen Vermessungs- und Geoinformationsgesetzes (HVGG) zum 01.01.2008. Das Land will auch die Kommunen in die GDI-Hessen einbeziehen und stellt für diese die zentralen Einrichtungen, die für die Landesverwaltung installiert werden, bereit. Nach jetzigem Stand sind dies das Metainformationssystem Hessen und der Hessen-Viewer, welche Frau Schupp dem Auditorium vorstellte. Als Ausblick berichtete sie über die künftigen Vorhaben der Initiative GDI-Hessen. Diese sind z. B. die Weiterentwicklung des vorhandenen Shopsystems sowie die Verbesserung und der weitere Ausbau der vorhandenen Metadaten und Dienste.

Zum Abschluss des ersten Vortragsblocks referierte Herr Dipl.-Ing. Wolfram Schöneck vom Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation über „Moderne Strategien zur Aktualisierung im Luftbildwesen“. Der Referent gab zu Beginn seines Vortrags einen Überblick über das Luftbildwesen in Hessen. Luftbilder werden seit 1934 hergestellt, wodurch das Hessische Landesluftbildarchiv mittlerweile ca. 500 000 Luftbilder umfasst. Anschließend wurde ein zeitlicher Abriss über die Luftbildproduktion gegeben. Heute erfolgt eine digitale Erfassung der Luftbilder mit modernsten Erhebungssensoren. Die Befliegung umfasst Aufnahmen in Echtfarbe, sowie in Infrarot wobei als Ergebnis ein digitales Orthophoto (DOP) mit 20 Zentimeter Bodenauflösung abgeleitet wird. Die Luftbilder werden heute in einem Aktualisierungszyklus von drei Jahren erfasst. Ab diesem Jahr (2008) sollen die Luftbilder im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (Public Private Partnership – PPP) mit der Firma Intergraph Deutschland GmbH erfasst werden. Die Firma Intergraph zeigte Interesse an der Luftbildererhebung, wodurch eine Kooperation mit dem Land Hessen entstehen konnte. Diese hat für das Land zur Folge, dass pro Jahr jetzt 50% der Landesfläche bei gleich bleibendem Mitteleinsatz beflogen werden können. Die Vertriebsinfrastrukturen des Partners können ebenso genutzt werden. Dadurch, dass der private Partner die Befliegung beauftragt, ergeben sich Vereinfachungen bezüglich der Auftragsvergabe. Der Referent stellte dar, dass sich die Partnerschaft zunächst in einer Testphase bewähren soll. Bei Aufrechterhaltung dieser könnte künftig auch eine höhere Bodenauflösung in Angriff genommen oder der Aktualisierungszyklus auf eine jährliche Erhebung gesteigert werden.

Nach einer kurzen Pause, in der sich die Gelegenheit zu zahlreichen Einzelgesprächen bot, wurde der Workshop unter der Moderation von Prof. Dipl.-Ing. Werner Pilz fortgesetzt. Der zweite Block stand unter dem Thema „GIS im Landmanagement“.

Herr Dr.-Ing. Thomas Roßmanith vom Amt für Bodenmanagement Heppenheim hielt hierzu einen Vortrag zum Thema „Bodenrichtwertkarte als GDI-Komponente“. Zunächst gab er einen Überblick über die Gutachterausschüsse in Hessen sowie die seit 2007 neu eingerichtete zentrale Geschäftsstelle für die Gutachterausschüsse. Aufgaben der Gutachterausschüsse sind die Führung und Auswertung der Kaufpreissammlung, die Erstellung von Verkehrswertgutachten und Grundstücksmarktberichten sowie die Ermittlung von Bodenrichtwerten. Ein großes Interesse besteht an den Bodenrichtwerten, was der Grund dafür war, diese über ein Auskunftssystem, die Bodenrichtwertauskunft „Südhessen“, den Nutzern bereitzustellen. Herr Dr. Roßmanith stellte das Auskunftssystem in einer Live-Demo vor. Die Recherche von Bodenrichtwertinformationen erfolgt über das Internet im Echtzeitzugriff. Die Darstellung der Bodenrichtwerte basiert auf der ALK. Aus dem System können weitere Mehrwertpotentiale generiert werden. Dies könnte die Einbindung des Systems in weitere GDI-Anwendungen, die Erweiterung des Systems im Rahmen der VBORIS-Konventionen der AdV oder die Nutzung serviceorientierter Architektur (SOA) sein. Abschließend berichtete der Referent, dass als nächster Schritt die Bodenrichtwerte im Rahmen eines Pilotprojekts über Dienste in Fachanwendungen der Finanzverwaltung eingebunden werden sollen.

Der nachfolgende Vortrag „Hessens Weg zu einem Landentwicklungs-Fachinformationssystem“ wurde von Dipl.-Ing. Manfred Bräuer vom Amt für Bodenmanagement Heppenheim gehalten, der zunächst das Landentwicklungs-Fachinformationssystem (LEFIS) vorstellte. LEFIS beschreibt ein Fachinformationssystem für die Flurbereinigung und wurde durch eine Expertengruppe der ARGE-Landentwicklung erarbeitet. Das objektorientierte Datenmodell basiert auf Normen und Standards und ist mit dem AAA-Modell der AdV harmonisiert. Die Motivation zur Entwicklung des LEFIS ist u. a. der umfangreiche Datenaustausch zwischen Kataster- und Flurbereinigungsbehörden zu Beginn und zum Ende eines Flurbereinigungsverfahrens. Darüber hinaus sind aus der objektorientierten Datenmodellierung hinsichtlich Datenintegrität, -aktualität und -redundanz Vorteile zu erwarten. Herr Bräuer stellte in seinem Vortrag Auszüge aus dem Datenmodell vor und erläuterte Geschäftsprozesse im LEFIS. Die Einführung von LEFIS soll in Hessen so schnell wie möglich nach der Einführung von ALKIS erfolgen. Ein Projektplan zur Einführung ist bereits aufgestellt. Herr Bräuer ist Leiter der Projektgruppe zur LEFIS-Einführung in der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation, die für die Einführung bereits ein Grobkonzept aufgestellt hat. Die nächsten Schritte sind die Fertigstellung eines Feinkonzeptes, die Beschreibung der Geschäftsprozesse für die Flurneuordnung in Hessen und die Umsetzung des Modells sowie die Prozesse in einem Geoinformationssystem. Zum Abschluss berichtete Herr Bräuer, dass in der ersten Phase der Umsetzung die Bodenordnung behandelt wird, ein noch nicht absehbarer nächster Schritt ist die Einbindung der Planung.

Im letzten Vortrag des zweiten Vortragsblocks referierte Dipl.-Ing. Thomas Burger, der als ÖbVI im Vermessungsbüro Seitz-Stark-Burger in Offenburg tätig ist, über mögliche „ÖbVI-Dienstleistungen für Kommunen“. Herr Burger gab zunächst eine kurze Vorstellung seines Büros. Dieses ist im herkömmlichen Vermessungsgeschäft tätig und erledigt sowohl hoheitlichen Vermessung als auch ingenieur­geodätische Aufgaben. Darüber hinaus fungiert das Büro als GIS-Dienstleister für Kommunen und bearbeitet das komplette Geodatenmanagement für sieben Gemeinden. In weiteren zehn Gemeinden steht das Büro als Dienstleister und Berater zur Verfügung. Hauptsächlich werden Kommunen unter 25.000 Einwohner betreut, da größere ihr GIS meist in Eigenregie betreiben. Bei dem Aufbau eines kommunalen GIS werden u. a. folgende Ziele verfolgt: Nutzerfreundliche Bereitstellung der Geoinformationen, Harmonisierung und Transparenz der Datenbestände, ressort- und raumübergreifende Vernetzung der Daten und Aktivierung der Nachfrage von Geodaten. Herr Burger erläuterte die Vorgehensweise anhand von Beispielen. Angestrebt werden auf die Bedürfnisse der Kommune abgestimmte und kostenoptimierte Lösungen.

Nach der Mittagspause moderierte Prof. Dr.-Ing. Robert Seuß den dritten Block des Workshops zum Thema „Bunte Welt der Geodaten für Jedermann“.

Herr Dipl.-Ing. Karl-Heinz Gertloff vom Stadtvermessungsamt Wiesbaden berichtete in seinem Vortrag über „Das digitale 3D-Stadtmodell Wiesbaden - ein besonderer Weg“. Der Referent stellte am Anfang seines Vortrags den Bedarf an einem 3D-Stadtmodell für die Stadtverwaltung dar. Dieses wird u. a. für Analysen über Lärmimmissionen, zur Präsentation von Projekten der Stadtentwicklung oder zur Initiative „Bauen im Bestand“ benötigt. Anschließend ging er auf den Annex des Titels der Präsentation „ein besonderer Weg“ ein. Dieser lag bei der Einführung des 3D-Stadtmodells, welches in 2002 gestartet wurde, vor, da die Einführung in Zeiten umfangreicher Haushaltskonsolidierung erfolgte. Daraufhin berichtete der Vortragende über die Bestandteile des Standmodells, welches in unterschiedlicher Ausbautiefe vorliegt. Hierzu gehört ein Geländemodell, ein Gebäudemodell als Grob- und Feinmodell sowie ein Vegetationsmodell. Die Datengrundlage bilden die Stadtgrundkarte der Stadt Wiesbaden, Luftbilder bzw. Orthophotos und Daten aus einer Laserscanner-Befliegung. Als Anwendungsbeispiele zeigte Herr Gertloff u. a. das 3D-Stadtmodell als Grundlage für Baugenehmigungsverfahren und für Objektplanungen sowie die Einbindung des Modells in Google Earth. Die Stadt Wiesbaden will ihr 3D-Stadtmodell weiter ausbauen, auch soll die Google Earth-Anwendung verfeinert werden. Weiterhin ist eine umfänglichere Einbindung in Projekte der Stadtentwicklung vorgesehen.

Der darauf folgende Vortrag „Virtual Earth“ wurde von Herrn Dipl.-Ing. Dirk Werther der Firma Microsoft Deutschland gehalten. Nachdem ein Überblick über die Aktivitäten und Produkte von Microsoft zur Be- und Verarbeitung von Geoinformationen gegeben wurde, stellte der Referent das Programm „Virtual Earth“ vor. Bei dem Produkt handelt es sich um das von Microsoft umgesetzte Pendant zu „Google Earth“. Das Produkt liefert einen weltweiten Datenbestand von Luftbildern, Schrägluftbildern (bird’s eye) sowie Karten und 3D-Daten. Darüber hinaus eignet es sich hervorragend für räumliche Suche und Analysen. Unter „Bird’s eye“ verbirgt sich eine Schrägaufnahme, die eine bessere perspektivische Ansicht der Erdoberfläche ermöglicht. In Virtual Earth können u. a. 3D-Objekte wie Gebäude und Bauwerke mittels KML bzw. KMZ eingebunden werden. Weiterhin zeigte der Referent interessante und zukunftsweisende Möglichkeiten zum Einsatz des Produktes auf, insbesondere die 3D-Visualisierung einer gesamten Stadt, die beispielsweise in ein Navigationssystem eingebunden werden könnte.

Den abschließenden Vortrag des Workshops hielt Herr Dr.-Ing. Georg Fisch der Firma Tele Atlas zum Thema „Geo-Daten für Navigation und Telematik“. In seinen Ausführungen berichtete Herr Dr. Fisch zunächst über die in der heutigen Zeit gestiegenen Anforderungen an die Geodaten zur Navigation. Diese umfassen beispielsweise die Bereiche Aktualität und Qualität, des Weiteren werden den Datenbeständen neue Inhalte abverlangt. Herr Dr. Fisch stellte zunächst die generellen Anforderungen an Navigationsdaten dar, anschließend gab er einen Überblick über die Produktionsstrategien der Firma Tele Atlas zur Aktualisierung ihrer Datenbestände. Die Erfassung erfolgt heute nicht mehr interaktiv im Rahmen von Befahrung, sondern durch Aufnahme inkrementeller Bilder mit sechs synchronisierten Kameras. Die Auswertung wird im Nachgang durchgeführt. Dadurch können auch Fachthemen, die bei der Auswertung unberücksichtigt bleiben, ohne eine erneute Befahrung nacherfasst werden. Künftig wird sich der Bereich der Navigation dahin entwickeln, dass die Daten reeller aufbereitet werden (3D-Landschaften). Weiterhin wird der Umfang an Informationen der Geodaten steigen, um eine komfortablere Navigation zu ermöglichen. Dies kann beispielsweise durch die Angaben von Steigung und Gefälle oder die Ausweitung des Bereichs POI sein.

Herr Prof. Linke beschloss den Workshop mit einer kurzen Zusammenfassung und gab den Hinweis auf die Internetseiten www.ikgis.de, auf der weitere Informationen zum Workshop erhältlich sind. Abschließend wünschte er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine gute Heimreise.

Dipl.-Ing. Timo Karl

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